25.04.2016 17:32



Was ist eigentlich "Monitoring"

Mit dem Beginn der „elektroakustisch verstärken Konzerte“ wurde schnell klar, dass für den Musiker auf der Bühne ein spezieller Sound benötigt wird. Auf der einen Seite gab es die PA – das laute akustische Signal für die Zuhörer; auf der anderen Seite der „Sound-Mix“ auf der Bühne durch akustische Instrumente wie Schlagzeug – und auch elektroakustische Instrumente wie E-Gitarre. Für einen Schlagzeuger war es sicherlich nie das Problem sich selber nicht laut genug zu hören – viel mehr ging die Stimme des Sängers in dem lauten Sound des Schlagzeugs komplett unter. Der Sänger auf der anderen Seite wurde von den lauten Signalen des Schlagzeugs und E-Gitarre zugedröhnt und er selber konnte sich kaum hören.  

Aus dieser Problematik entstand das Monitoring – was zu Deutsch so viel sagt wie „Kontrolle/Überwachung“ – also sein eigenes Signal (beispielsweise Gesang) hören bzw. kontrollieren zu können.

In der Zwischenzeit hat sich das Monitoring fest etabliert. Bei großen Veranstaltungen gibt es ein separates Monitor-Pult, das üblicherweise direkt neben der Bühne steht. Die (Mikrofon-)Signale von der Bühne (Sänger, Abnahme der E-Gitarre, Schlagzeug-Mikrofone… und natürlich auch die Signale von Keyboard) gehen erst in das Monitor-Pult. Dort werden sie durchgeschliffen und gehen dann zum FOH-Pult (Front-Of-House), also für die PA (Public Access).

Somit liegen alle Signale sowohl am Monitor-Pult wie auch am FOH-Pult an und können damit komplett unabhängig voneinander getrennt geregelt werden.

Aus dem Monitorpult werden nun diverse Lautsprecher bedient. So stehen beim Schlagzeuger z.B. Side-Fills und an der vorderen Bühenkante liegen die typischen Wedges auf dem Boden für die Monitor-Signale von Sänger, Gitarristen usw. Jeder Musiker kann nun sein individuell abgestimmtes Monitor-Signal bekommen.

Der Schlagzeuger benötigt meist ein starkes Signal vom Bass allerdings ist sein Schlagzeug laut genug und muss gar nicht auf den Monitor gelegt werden. Sänger benötigen natürlich ein sehr lautes eigenes Signal und ein Keyboarder neben seinem eigenen Instrument einen „runden“ Bandmix.

Für kleinere Bands beziehungsweise in kleinen Clubs ist dieser immense Aufwand sowohl finanziell wie auch wegen dem aufwändigem Setup kaum tragbar. Es wird dann nur ein (FOH-Pult) verwendet und die AUX-Wege als Monitor-Zweige genutzt. Je nach Pult ist dies aber meist auf 4 Wege begrenzt.


In-Ear - der Unterschied zum herkömlichen Monitoring

Das oben beschriebene, konventionelle Monitoring war jahrzentelang vollkommen ausreichend – bis sich auf der Bühne die Funktechnik durchgesetzt hat. Die Musiker waren damit nicht mehr an ihr Kabel gebunden, sondern konnten sich frei bewegen. Was allerdings bedeutet, dass sie sich von ihrem Monitor-Lautsprecher entfernen haben und dadurch auch Ihren eigenen Monitor-Sound verlassen haben.

An diesem Punkt setzt das In-Ear Monitoring an: seinen eigenen Monitor-Sound direkt im Ohr mittragen – und damit mit stets gleichbleibendem Monitor-Signal sich auf der Bühne bewegen können.

Bildlich kann man sich das so vorstellen, dass die Monitor-Wedge von der Bühnenkante ins Ohr wandert. Das individuelle Signal aus dem Monitor-Pult wird nun nicht durch einen Amp und die Wedge geschickt – sondern direkt in einen In-Ear-Monitoring Sender, der üblicherweise in 19“ Technik in ein Rack gebaut werden kann. Der Musiker hat einen Bodypack-Empfänger den er am Gürtel oder Gitarrengurt klemmen kann und einen Ohrhörer.

Ein komplettes In-Ear Monitoring System besteht also aus Sender, Bodypack-Empfänger und Ohrhörer. Sollten mehreren Musikern der gleichen Monitor-Mix genügen, so kann auf weitere Sender verzichtet werden; denn das HF-Signal kann natürlich von beliebig vielen Empfängern empfangen werden.

Für Musiker, die sich nicht auf der Bühne bewegen können – wie Schlagzeuger oder Keyboarder – kann auch ein drahtgebundenes In-Ear-Monitoring genutzt werden. Das spart neben Kosten auch Funkkanäle.

InEar Monitoring: Tipps von den audioprofis von Mink Audio Professional


Der Vorteil des InEar Monitor:

Neben der freien Beweglichkeit auf der Bühne und dem wesentlich leichteren Gewicht (was den Touring-Betrieb stark vereinfacht) bietet In Ear Monitoring auch erhebliche klangliche Vorteile. Sowohl für die Musiker wie auch für das Publikum.

Für den Musiker liegt die Klangverbesserung klar auf der Hand: Der Sound ist direkt im Ohr, kann also sehr fein und detailliert eingestellt werden. Störende Nebengeräusche auf der Bühne werden durch die Sound-Isolating-Ohrhörer sehr stark gedämpft und ein "Übertönen" des lauten Schlagzeuges oder der Gitarre ist nicht mehr nötig. Generell kann deshalb wesentlich leiser gehört werden – worüber sich die Ohren freuen. Aber auch der PA-Sound kann drastisch verbessert werden, denn es gelangt ja kein Monitor-Sound von der Bühne ins Publikum. Und ein wichtiger weiterer Aspekt ist, dass auch kein Monitoring-Sound in die Mikrofone gelangt. Das heißt bereits vom Anfang der Signalkette ist das Signal präziser und aufgeräumter.

Darüber hinaus treten auch keine Rückkopplungen mehr auf. Denn diese entstehen auf der Bühne fast ausschließlich durch den Monitor-Zweig (und nicht durch die PA-Lautsprecher).

Betriebsarten: Mono-, Stereo- oder MixMode?

Ein großer Unterschied zu herkömmlichen Monitoring ist die Möglichkeit des Stereo-Signals. Monitor-Lautsprecher wurden nie in Stereo-Ausführung aufgebaut. Durch das Tragen von Ohrhörern in beiden Ohren ist nun der Schritt zu einem Stereo-Signal möglich. Das Stereo kann viele Vorteile bringen. So kann durch das „panen“ verschiedener Signale nach links bzw. rechts eine höhere Trennung der einzelnen Instrumente erzielt werden. Oder ein Keyboarder kann seinen Stereo-Sound richtig hören.

Viele Musiker nutzen aber weiterhin ein Mono-Signal. Dadurch kann einiges an Aufwand und Kosten erspart werden.

Im so genannten MixMode wird das empfangene Signal im Empfänger zu einem Mono-Signal zusammen gemischt. Über den Balanceregler kann nun einfach zwischen dem linken bzw. rechten Signal gemischt werden. So kann beispielsweise auf dem linken Kanal des Senders der Monitor-Mix des Sängers übertragen werden, auf dem rechtem das des Gitarristen. Beide Musiker stellen ihren Empfänger auf „MixMode“ und der Sänger den Balance Regler nach links, der Gitarrist nach rechts. Nun hören beide Musiker ihren eigenen Monitor-Mix als Mono Signal auf beiden Ohren).

Betriebsarten Modi bei InEar Tipps von den audioprofis von Mink Audio Professional



In-Ear Monitoring: Setup Beispiele

Folgende Beispielsetups sollen insbesondere kleinen Bands den Einstieg ins In-Ear-Monitoring vereinfachen. Alle Beispiele sind deshalb ohne spezielles Monitor-Mischpult ausgelegt.

Setup1: Ein Mix für alle

Am einfachsten ist es, wenn alle Musiker mit dem gleichen Monitor-Mix zurechtkommen. Das Signal (Stereo oder Mono) wird aus dem Mischpult auf den Sender gegeben und alle Musiker empfangen das gleich Signal mit ihrem Bodypack-Empfänger (alle auf der gleichen Frequenz eingestellt).

Benötigtes Material: 1 Sender und pro Bandmitglied 1 Empfänger und Ohrhörer
Anforderungen an den Mixer: 1 AUX-Weg für Mono-Mix, 2 AUX-Wege für Stereo-Mix

Ein Mix für alle In-Ear Monitoring: Setup Beispiele von den audioprofis von Mink Audio Professional

Setup 2: Zwei Mono-Mix für 2 Musiker

Auf den Sender wird auf den linken Kanal das Monitor Signal des ersten Musikers gegeben, auf den rechten Kanal den des zweiten Musikers. Die Musiker stellen den MixMode am Empfänger ein und regeln mittels Balance-Regler ganz nach links bzw. ganz nach rechts. Sie hören dann ihr eigenes Monitor-Signal (auf beiden Ohren).

Benötigtes Material: 1 Sender, 2 Empfänger, 2 Ohrhörer
Anforderungen an den Mixer: 2 AUX-Wege

Zwei Mono-Mix für 2 Musiker In-Ear Monitoring: Setup Beispiele von den audioprofis von Mink Audio Professional

Setup 3: Zwei Mono-Mix für 2 Musiker + Schlagzeuger

Gleiches Setup für die zwei Musiker wie im SETUP 2. Nun wird aber noch der Schlagzeuger oder Keyboarder per kabelgebundenem In-Ear versorgt.

Benötigtes Material: 1 Sender, 2 Empfänger, 1 drahtgebundener Empfänger, 3 Ohrhörer
Anforderungen an den Mixer: 3 AUX-Wege, 4 AUX Wege für einen Schlagzeuger-Stereo-Mix

Zwei Mono-Mix für 2 Musiker + Schlagzeuger In-Ear Monitoring: Setup Beispiele von den audioprofis von Mink Audio Professional

Setup 4: 3 Musiker mit Mono Mix

Drei Musiker benötigen Ihren eigenen (Mono-)Mix. Dies lässt sich am einfachsten realisieren, in dem auf einem AUX-Weg im Mischer (im Bild AUX1) ein kompletter Band-Mix gelegt wird. Auf die weiteren AUX-Wege die einzelnen Signale von Musiker 1 – 3.

In den ersten Sender wird nun der komplette Band-Mix auf den rechten Kanal gelegt, das Musiker Signal auf den linken Kanal.

Der Band-Mix wird nun aus dem LOOP THROUGH Buchse direkt in den linken Kanal des zweiten Senders geschliffen. In den rechten Eingang wird wiederum das Signal des zweiten Musikers gelegt.

Gleiches geschieht entsprechend mit dem dritten Sender.

Die Musiker stellen den Empfänger in den MixMode und können nun über den Balance-Reger ihr persönlicher Mischungsverhältnis Band/eigenes Signal mischen.

Benötigtes Material: 3 Sender, 3 Empfänger, 3 Ohrhörer
Anforderungen an den Mixer: 4 AUX Wege

3 Musiker mit Mono Mix In-Ear Monitoring: Setup Beispiele von den audioprofis von Mink Audio Professional


Weitere Hinweise

Tipps für den Einstieg

Durch das Tragen von In-Ear Ohrhörer werden die Außengeräusche stark abgedämpft. Dies hat zum Vorteil, dass das Monitor-Signal wesentlich sauberer klingt – aber auch den Nachteil, dass kein Bühnensound mehr gehört wird. Es fehlt dem Musiker der natürliche Bühnen-Sound des Schlagzeugs und der E-Gitarre. Ebenso natürlich die Raum-Atmo, also das Feedback Publikums.

Mit Verwendung von In-Ear Monitoring muss deshalb die Mikrofonierung etwas sorgfältiger vorgenommen werden. Wenn bei kleinen Gigs oft das Schlagzeug gar nicht mikrokofoniert werden müsste, so sollten fürs In-Ear-Monitoring doch ein paar Mikros am Schlagzeug platziert werden.

Ebenso wird häufig die Raum-Atmo mit einem Mikrofon aufgenommen und dem Monitor-Signal dazu gemischt.

Aufgrund dieser Starken Isolierung tragen einige Musiker nur einen Ohrhörer. Damit wird mit dem freien Ohr immer noch der Bühnensound und das Publikum wahr genommen. Auch eine kurze Absprache mit Bandkollegen ist dadurch möglich. Allerdings kann auf diese Weise nicht die ganze Klangqualität des In-Ear Monitoring genutzt werden. Auch tendieren diese Musiker wieder dazu das In Ear Signal so laut zu machen, dass der normale Bühnensound des anderen Ohrs kräftig übertönt wird. Unterm Strich wird es dann noch lauter - und beansprucht die Ohren.



Die Sache mit dem Funk

In-Ear Monitoring: Antennentechnik

Ob nun ein Funksignal von einem fest stehenden Sender zu einem portablen Empfänger, wie im Fall von In-Ear Monitoring, oder den anderen Weg wie bei Verwendung von drahtlosen Mikrofonsystemen gesendet wird, macht in der Technik und der Handhabung keinerlei Unterschiede. Es gelten generell alle technischen Grundlagen und praxisbezogene Hinweise wie im Kapitel Funk-Systeme.

Auch hier sei nochmals erwähnt, dass nahe zueinander gelegene Antennen sich gegenseitig stören. Deshalb sollte die Antennenanzahl so weit wie möglich reduziert werden. Ähnlich wie zur Reduzierung von Antennen bei Funkmikrofonen Antennensplitter angeboten werden, können für In-Ear Monitoring Sender Antennen-Combiner eingesetzt werden. Diese führen das Antennensignal von mehreren Sendern auf eine Antenne zusammen. Dadurch wird die Betriebssicherheit und Kompatibilitat drastisch verbessert.

INFO: Taschenempfänger
Es werden hauptsächlich Taschenempfänger mit Non-Diversity (sprich einer Antenne) angeboten. Wie oben schon erwähnt, können daher durch Reflexionen des HF-Signals Dropouts entstehen. Diese liegen aber in einer sehr geringen räumliches Ausdehungen, so dass ein paar cm weiter das Funksignal wieder astrein empfangen werden kann.
Eine Ausnahme bildet der Empfänger aus der PSM1000 Serie. Dieser P10R arbeitet mit Diversity-Technik - also 2 Antennen. Auch wenn der optimale Abstand von Diversity Technik in etwa bei 40 cm liegt, kann mit den recht nahe zueinander gelegenen Antennen dennoch ein wesentlich stabilerer Empfang und erhöhte Reichweite erzielt werden.

INFO: Störungen bei Kombination mit Funkmikrofonen
In-Ear Monitoring Sender und Empfänger von drahtlosen Mikrofonen stören sich sehr stark. Deshalb muss hier auf einen Abstand von mindestens 3 m geachtet werden. Am besten nutzt du hierfür zwei einzelne Racks.



Das passende System

Stereo oder Mono-Monitoring – das ist hier die Frage

Herkömmliches Monitoring wurde ausschließlich in Mono gefahren. Die Einführung des In-Ear-Monitoring machte Stereo-Monitoring möglich. Doch nicht für jeden Musiker ist der Stereo-Betrieb sinnvoll: Manche kommen mit einem Mono-Mix besser zurecht, denn das Stereo-Signal „dreht“ sich ja nicht mit, wenn man sich auf der Bühne bewegt. Dahingegen bietet ein Stereo-Monitoring für einen Pianisten, der gewohnt ist, an seinem Piano ein Stereo-Signal zu hören, eine sehr naturgetreue Abhörmöglichkeit.

Es werden sowohl Mono- als auch Stereo-Systeme angeboten. Mono-Systeme können ausschließlich im Mono-Betrieb genutzt werden, wohingegen alle Stereo-Systeme auch im Mono betrieben werden können. Shure Stereo-Systeme bieten darüber hinaus eine dritte Betriebsart: MixMode. In dieser Betriebsart werden zwei einzelne Signale übertragen, und über den Balance-Regler des Empfängers kann nun das Mischungsverhältnis der beiden Signale eingestellt werden. Beispielsweise kann auf einem Kanal ein Gesamtmix der Band übertragen werden, auf dem anderen Kanal das Instrument des Musikers.



Funk In-Ear Monitoring oder drahtgebunden:

Bist du an einen festen Ort gebunden oder bewegst du dich frei auf der Bühne?

Ortsgebunden: Für Musiker, die auf der Bühne an einen festen Ort gebunden sind – beispielsweise Schlagzeuger oder Keyboarder – bietet ein drahtgebundenes In-Ear-Monitoring System eine einfache und preiswerte Lösung.
Mobiler Einsatz: Möchtest du dich auf der Bühne frei bewegen, kommt die drahtlose Variante des In-Ear-Monitorings zum Einsatz. Du behältst deinen gleich bleibenden Monitor-Mix, egal wohin du dich bewegst. Drahtlose Systeme sind komplexer, sie bieten dir aber auch eine größere Flexibilität.


 
Monitoring Mix:

Können mehrere Musiker mit dem gleichen Mix auskommen oder benötigt jeder seinen individuellen Mix?

Gemeinsamer Mix:
Möchten mehrere Musiker den gleichen Monitor-Mix hören, wird nur ein Sender benötigt. Das Funksignal dieses Senders kann dann von beliebig vielen Empfängern empfangen werden. Somit können die Kosten für weitere Sender vermieden werden.
Individueller Mix:
In einer Band oder einem Ensemble benötigen die einzelnen Musiker ihren persönlichen Monitor-Mix. Typischerweise möchte jeder sein eigenes Instrument lauter hören als die Instrumente der anderen Musiker. Drahtgebundene In-Ear Monitoring Systeme bieten diese Möglichkeit von Grund auf, bei der drahtlosen Version jedoch benötigt jeder Musiker sein eigenes komplettes In-Ear Monitoring System aus Sender und Empfänger.
Wird von den Musikern nur ein Mono-Mix gewünscht, kann man durch Nutzung der MixMode-Betriebsart die Anzahl der Sender halbieren. Beispielsweise kann ein Stereo- Sender die Monitorsignale für einen Sänger und einen Gitarristen übertragen: auf dem rechten Kanal das Signal für den Sänger, auf dem linken Kanal das Signal des Gitarristen. Im MixMode des Empfängers kann der Sänger mit Hilfe des Balance-Reglers den rechten Kanal auswählen und somit nur seinen Mix hören – und dementsprechend der Gitarrist den linken Kanal.



 Funk In-EarMonitoring:

Wie viele Kanäle müssen parallel laufen?

Frequenzen für drahtlose Systeme – ob Mikrofone oder In-Ear-Monitoring – können nicht zufällig ausgewählt werden. Für einen einfachen Aufbau bieten alle In-Ear-Monitoring Systeme z. B. von Shure vorselektierte Frequenzen, die miteinander kompatibel sind. Das bedeutet, sie können simultan betrieben werden, ohne sich gegenseitig zu stören. Die In-Ear Monitoring Systeme verfügen über eine bestimmte Anzahl kompatibler Frequenzen. Die Anzahl der von dir benötigten unterschiedlichen Monitorsignale ist demzufolge ein Maß für die Wahl des geeigneten Systems. Dabei dürfen aber bereits vorhandene drahtlose Mikrofonsysteme nicht vergessen werden.


Monitoring: Anwendungsbeispiele

Wo kann ich In-Ear Monitoring einsetzen?

Generell kann man In-Ear Monitoring überall dort einsetzten, wo ein Monitoring notwendig ist.

Live-Auftritte:
Bands, die an vielen verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Beschallungsanlagen spielen, profitieren von der immer gleichbleibenden Qualität ihres In-Ear Sounds. Darüber hinaus kann auf Monitorlautsprecher samt Endstufen verzichtet werden, was den Transportaufwand erheblich reduziert.
Proberaum:
In-Ear Monitoring verwandelt auch den schlechtesten Keller in einen gut klingenden Proberaum. Nutzt die Zeit für kreative Proben, anstatt die Akustik im Proberaum zu verbessern oder Rückkopplungsproblemen auf den Grund zu gehen. Darüber hinaus kann In-Ear Monitoring die Gefahr gereizter Stimmbänder und Ohrenpfeifen vermindern.
Studio:
Im Studio kann In-Ear Monitoring zur Übertragung von Click-Track (Metronom-Signal) oder Playback eingesetzt werden. Der Musiker hat hierbei die Kontrolle über die Lautstärke und das Mischverhältnis. Die angenehm zu tragenden Ohrhörer ersetzen den auftragenden Kopfhörer.
Klassische Aufführungen:
Insbesondere bei der Abnahme von akustischen Instrumenten führen Monitorlautsprecher schnell zu Rückkopplungen. Ob im Orchestergraben oder auf der Bühne, In-Ear Monitoring Systeme erlauben ein problemloses und kaum sichtbares Monitoring, ohne die Klangqualität für das Publikum zu beeinträchtigen.
Theater und Schauspielhäuser:
Für Theater-Aufführungen bietet das In-Ear Monitoring eine kaum sichtbare Alternative, und auch das Bühnenbild wird durch das Wegfallen der Monitorlautsprecher verbessert. Der größte Vorteil im Theaterbereich ist die Möglichkeit, Regieanweisungen zu geben, ohne dass das Publikum dies bemerkt.
Berichterstattung/ Fernsehproduktionen:
In-Ear Monitoring Systeme eignen sich ebenfalls hervorragend als Rückkanal für Journalisten, Kameramänner oder Moderatoren, da sie kaum sichtbar sind und dabei eine hohe Sprachverständlichkeit bieten.


 
Der passende Sitz

Shure Sound Isolation Ohrhörer unterscheiden sich deutlich von konventionellen „Ohrstöpseln“, die üblicherweise einem mobilen Player beiliegen. Um das gesamte, hochwertige Klangpotential auszuspielen, ist ein optimaler Sitz unabdingbar. Je tiefer der Ohrhörer im Gehörgang sitzt und je stärker das Ohrpass-Stück den Gehörgang abdichtet, desto besser ist die Klangqualität – insbesondere bei den tiefen Frequenzen.

Kabelführung

Der optimale Sitz – vor allem bei starken Bewegungen - wird erreicht indem das Kabel über das Ohr in den Nacken geführt wird. Das Halteröhrchen hilft das Kabel straff zu ziehen und den besten Halt zu gewähren. Alternativ, allerdings mit etwas schlechterem Sitz, kann das Kabel auch direkt nach unten geführt werden.

In Ear Monitor Tipps von den audioprofis von Mink Audio Professional

Einsetzen des Ohrhörers

Achte auf den rechten bzw. linken Ohrhörer. Diese sind durch R und L markiert – bzw. auch nur mit einem roten (rechts) oder blauen (links) Punkt. Den Ohrhörer tief in den Gehörgang einschieben. Um den Gehörgang etwas zu begradigen – und damit das Einsetzen etwas zu vereinfachen – die Ohrmuschel leicht nach hinten oben ziehen.

Dabei bereits beachten in welcher Richtung das Kabel geführt werden soll. Bei den Top-Produkten (SCL5, SE530, SE425 und SE535) sollte das Kabel stets über die Ohren geführt werden.

Der Klang wird von dem Sitz der Ohrhörer maßgeblich beeinflusst:

Je tiefer der Ohrhörer im Gehörgang sitzt, desto kräftiger die Basswiedergabe.
Bereits ein leicht schräges Einsetzen dämpft die hohen Frequenzen sehr stark.

Auswahl der Ohrpass-Stücke

Jedes Ohr ist unterschiedlich und deswegen bieten wir Ohrpass-Stücke in unterschiedlichen Größen und aus zwei verschiedenen Materialen an: Schaumstoff oder Silikon.

Die Schaumstoff-Stücke bieten einen festeren Halt und eine etwas größere Isolierung; und damit eine leicht stärkere Basswiedergabe. Vor dem Einsetzen sollten diese zwischen Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt werden und nach dem Einsetzen noch einige Sekunden im Ohr gehalten werden, bis der Schaum sich wieder weitet und einen festen Sitz bietet.

 In Ear Monitor Tipps von den audioprofis von Mink Audio Professional

Die Silikon (Soft Flex) Passstücke sind geeignet für das schnellere (und einfachere) Einsetzen des Ohrhörers, bieten allerdings eine etwas geringere Isolierung und damit auch eine etwas schwächere Basswiedergabe.

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Sollten weder die SoftFlex noch die Schaumstoff-Passstücke den gewünschten Halt und Tragekomfort bieten, solltest du zu den Triple Flanges (Tannenbäumchen) greifen. Diese bestehen ebenfalls aus Silikon und können individuell abgeschnitten werden.
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Otoplastiken

Bei Gehörgeräte-Akustikern können angepasste „Custom Molds“ angefertigt werden. Diese werden auf den individuellen Gehörgang exakt angepasst. Das Ergebnis sind nicht nur ein erhöhter Tragekomfort und besserer Halt im Ohr, sondern auch eine höhere Isolierung und ein druckvollerer Klang.

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Ohrhörer: Anschluss und Reinigungshinweise

Anschluss an den Zuspieler

Alle Ohrhörer können sowohl auf der Bühne fürs Monitoring als auch für den mobilen Musikgenuss eingesetzt werden. Üblicherweise sind diese Geräte mit einer 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse ausgestattet. Deswegen haben alle Ohrhörer einen 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker. Bei den hochwertigeren Ohrhörern liegt für den Anschluss an Home-HiFi-Geräte ein Adapter auf 6,3 mm bei.

Generell kann jeder beliebige Kopfhörer-Ausgang genutzt werden.

Alle Shure Ohrhörer haben eine sehr hohe Empfindlichkeit – d.h. sie sind sehr laut. Deswegen empfehlen wir vor dem Einführen des Ohrhörers die Lautstärke beim Zuspieler zu minimieren. Danach die Lautstärke langsam aufdrehen.

Reinigungshinweise

Die Rörchen sollten stets sauber gehalten werden. Verunreinigungen können den Klang beeinträchtigen. Nach jedem Tragen sollten die Ohrhörer von Zerumen gereinigt werden. Die Ablagerungen im Röhrchen können mit dem beigelegten Reinigung-Tool vorsichtig entfernt werden

In Ear Monitor Tipps von den audioprofis von Mink Audio Professional

Das Gehäuse des Ohrhörers sollte ab und an mit einer antibakteriellen Reinigungsflüssigkeit abgerieben werden. Ein Eindringen von Flüssigkeit in das Röhrchen sollte unbedingt vermieden werden, da es zu irreparablen Schäden führen kann.

Alle Ohrpassstücke können mit warmer Seifenlösung gewaschen werden. Vor dem Einsetzen der Ohrpassstücke darauf achten, dass diese wieder komplett trocken sind.

Shure Ohrhörer sind nicht wasserdicht. Deswegen vor Flüssigkeiten schützen. Schweiß kann die Ummantelung des Kabels angreifen, was zu Kabelbrüchen führen kann. Wir empfehlen nach jeder schweißtreibenden Aktion das Kabel zu reinigen.


Sicherheitshinweise

Shure Sound Isolating Ohrhörer niemals während des Führens eines Kraftfahrzeuges benutzen. Die Schallisolation beeinträchtigt das Reaktionsverhalten.

Lauter Schalleinfluss kann – selbst bei kurzer Dauer – zu Hörschäden führen. Bitte halte die Laustärke immer auf einem angenehmen Level.


Autor & Bilder:
Vielen Dank an die Shure Distribution GmbH


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